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Weiße Ekstase #UpInDieBerge

von Vreni, 05 Mär. 2018

Jeden Frühling, wenn sich der Winter in kleinen Rinnsalen heimlich davonstiehlt und die Tage länger werden, finde ich Zeit meine Erinnerungen, sprich Fotos, zu sortieren. Diesen vergangenen Winter gab es diesen einen Tag... Ein Tag, unfassbar viel Schnee und ein kleiner feiner zweier Sessellift.

„Schlechtes“ Wetter

Es ist mitten am Vormittag mit sehnsuchtsvollem Blick schaue ich dem Spiel der dicken weißen Flocken zu. Sie wiegen sich von links nach rechts und von rechts nach links bis sie einen Platz gefunden haben. Die Gäste lassen sich heute Zeit, das Wetter sei ja „schlecht“. Mir ist das unverständlich! Meine Freunde schicken mir Nachrichten. In denen befehlen sie mir sofort alles stehen und liegen zu lassen, und unverzüglich mit dem nächsten Lift auf den Berg kommen! Arbeit ist leider Arbeit, aber so schnell war ich selten fertig. 


Zack Zack

Die Stiegen hinauf, raus aus dem Dirndl, hinein in das Skizeug, zwei verschiedene Socken - egal und hinaus zur Tür. Die Flocken fallen immer noch in stiller Beharrlichkeit. Im Lift verschnaufe ich und für eine kurze Zeit studiere ich die Einzigartigkeit der Flocken. Jede Einzelne ein Unikat. Oben an der Bergstation erwarten mich bereits breit grinsende Schneemenschen. Eine kurze Umarmung, ein knappes <<Grüßati>> und los geht’s.


Weiße Ekstase

„Es liegt fast zu viel Schnee“, das sind Worte von denen ich dachte, sie niemals zu denken geschweige denn auszusprechen. Die einzige Möglichkeit nicht komplett in der weißen Ekstase zu versinken ist zu straight-linen, sprich Skispitzen nach unten und ohne Kurven durch den Schnee zu pflügen mit dem obligatorischen nach-Luft-schnappen. Der Lift bringt uns wieder lautlos durch den weißen Flockenvorhang nach oben. Wir sitzen im Sessel und lachen, unfähig unser Glück in Worte fassen. Ekstase pur!


Boomerang

Der nette Liftler schüttelt lächelnd den Kopf und frägt, ob wir denn nicht irgendwann genug hätten? Genug? NIEMALS! Die Beine brennen zwar ein kleines bisschen, der Schnee schmilzt am Nacken, die Brille beschlägt, aber wir können nicht aufhören. Dieser kleine zweier Sessellift ist pures Glück! Immer und immer wieder!


Relativitätstheorie 

Raum und Zeit möchten wir krümmen für die Ewigkeit diesen kleinen Lift fahren. Aber irgendwann muss auch der liebe Liftler nach Hause und wir zurück an die Arbeit. Durchgefroren bis auf die Knochen, mit nassem Nacken und roten Backen genießen wir eine Tasse Tee am Feuer ungläubig, was für ein Tag hinter uns liegt. Aber alles im Leben ist relativ und es schneit noch immer in dicken weißen Flocken…

Selbe Zeit, selber Ort, selber Lift - MORGEN!